Interview mit Rolf Stuppardt: Entwicklungspotenzial in der Versorgungssteuerung

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Herr Stuppardt, Sie sind Herausgeber und Chefredakteur der WELT DER KRANKENVERSICHERUNG. In dieser Funktion haben Sie sich häufig mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Wie zufrieden sind sie mit dem Fortschritt der Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Ich habe mich ja auch mit diesem Thema in meiner Rolle als Vorstandsvorsitzender eines Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen quasi seit der Geburtsstunde der elektronischen Gesundheitskarte beschäftigt. Was haben wir uns nicht alles früh schon davon versprochen! Dank der sektoralen und interessenstarken Beharrungskräfte in der Branche hat sich davon leider bislang viel zu wenig realisiert. Damit kann niemand zufrieden sein.

Es ist ein Fakt, dass Deutschland in der Digitalisierung im Gesundheitswesen und damit in der Transparenz und Analyse international hinterherhinkt. Auf der anderen Seite sind wohl viele in der Praxis inzwischen „wachgeküsst“ und es gibt zahlreiche nutzwertige Initiativen, was zu begrüßen ist. Der Rückstand ist durchaus aufholbar. Und dies wird angesichts der Rahmenbedingungen des Wettbewerbs – insbesondere aufgrund der Finanzierungslogik –auch so kommen. Denn Wettbewerbsvorteile werden künftig über Effizienzvorteile generiert."

Sie sind bestens vernetzt und haben bereits viele Veranstaltungen zu verschiedensten Themen im Gesundheitswesen organisiert. Wo sehen Sie das größte Entwicklungspotential? Wo sehen Sie die größten Schwachstellen?

Das entspricht sich ein wenig. Die größten Entwicklungspotentiale sehe ich in einer effektiven und effizienten Versorgungssteuerung und deren reibungsloser operativer Beherrschung. Hier wird Digitalisierung und Interoperabilität einiges bewirken, trotz der angesprochenen Beharrungskräfte. Und da sehe ich auch die größten Schwachstellen und zwar an zwei Stellen: Die mangelnde Integration und Vernetzung der sektoralen Strukturen zum einen und die z.T. unendlichen Willensbildungsprozesse im föderativen und selbstverwalteten System insbesondere, was Innovationen anbelangt, auf der anderen Seite."


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Rolf Stuppardt

Inhaber des Beratungsunternehmens StuppardtPartner und  Herausgeber der unabhängigen Monatszeitschrift WELT DER  KRANKENVERSICHERUNG

Vita

  • abgeschlossene Studien der Betriebswirtschaft und Sozialwissenschaften Universität Bochum
  • seit 2012 Herausgeber, Chefredakteur und Titeleigner der Zeitschrift
    WELT DER KRANKENVERSICHERUNG im medhochzwei Verlag, Heidelberg
  • seit 2009 Inhaber des Beratungsunternehmens StuppardtPartner
  • 1992 – 2011 Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des IKK Bundesverbandes in Bergisch Gladbach und Berlin
  • 1978 – 1992 Abteilungsleiter Wirtschaft und Statistik sowie Forschung und Entwicklung im BKK Bundesverband in Essen

Bisherige ausgewählte Funktionen:

  • Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen, Siegburg und später G-BA, Berlin (bis 2011);
  • Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Dienste der Krankenkassen, (MdS e.V.) Essen (bis 2011);
  • Federführer der Spitzenverbände der GKV in den Themengebieten Gesundheitsförderung und Prävention sowie Heil- und Hilfsmittel (bis 2011);
  • Mitglied im Vorstand der Association Internationale Mutualité (AIM), Brüssel und dort Präsident der Arbeitsgruppe Arzneimittelpolitik in Europa (bis 2011)
  • Gründungsmitglied der Deutsch-Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik
  • Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Gremien, Beiräte und Aufsichtsräte des Gesundheitswesens und der Gesundheitswirtschaft

Kontakt

Büscherhöfchen 28 / 51491 Overath    

Gipsstr. 23b / 10119 Berlin

Tel. 02206-912104 / 030-234569890

www.stuppardtpartner.de

www.welt-der-krankenversicherung.de

rst@stuppardtpartner.de

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